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Tanz ABC
Blues, Boogie-Woogie, Cha Cha Cha, Discofox, Foxtrott, Jive,
Langsamer Walzer, Lindy Hop, Merengue, Paso Doble, Rumba, Salsa / Mambo, Samba, Slow Fox, Tango, Tango Argentino,
Wiener Walzer
Blues
Um 1920 entstand in den USA der Blues als Musikrichtung und wurde hauptsächlich
von Schwarzen gesungen und gespielt. In den Liedern spiegelt sich ihre Schwermut
und Sehnsucht nach den Jahrhunderten der Versklavung und Ausbeutung wieder.
Der Blues als Tanz entwickelte sich als Ersatz für den schwierigeren Slowfox.
Ab den 50er Jahren wurde er auch erstmals in Europa getanzt.
Blues wird bei langsamer Musik sehr eng getanzt, dabei dreht sich das Paar im Rhythmus.
Jedoch empfehlen wir bei Betriebsfesten oder beim Tanzen mit der zukünftigen
Schwiegermutter etwas mehr Abstand. Übrigens ist Blues der
einzige Tanz, zu dem es offiziell keine Figuren gibt.
Taktfolge: 4/4-Takt mit etwa 24 Takte pro Minute
Boogie-Woogie
Beim Boogie-Woogie handelt es sich um den tatsächlichen Vorläufer des
Rock´n´Roll. Beide Tänze haben den Swing als Vorfahren.
Dessen Wurzeln liegen in den Musikkneipen der US-amerikanischen
Schwarzen-Ghettos 20er Jahre.
In New York wurde mit dem Swing erstmalig ein Paartanz kreiert,
der von der Improvisation der Tänzerinnen und Tänzer lebte und
nicht auf fest vorgeschriebenen Schrittfolgen basierte.
(Fast) alles war erlaubt, solange sich die Paare im Takt der Musik
bewegten. In Deutschland bekannt wurde die Swingmusik erstmals in den 30er Jahren.
Sie war eine willkommene Abwechslung zum Marschrhythmus, auch wenn sie von
den Nationalsozialisten als "exotisch-abartige" Musik verpönt war.
Nach Kriegsende (1945) kam dann die Swingmusik, vorgetragen von riesigen
Big Bands über den Atlantik. Und mit der Musik kam auch Boogie Woogie als neuer
Tanz. Es handelte sich jedoch nicht nur um eine reine Namensänderung des
Swingtanzes. Die Swingmusik selbst hatte sich verändert.
Der Blues war in Amerika neu überarbeitet worden. Das spiegelte
sich auch im Tanzstil wider. Der Boogie-Rhythmus wurde viel schneller als der
Swing. Schnelle Füsse, allein aus der Hüfte getanzt - das ist Boogie Woogie.
Heute gibt es hunderte von Möglichkeiten ihn zu tanzen.
Taktfolge: 4/4-Takt mit 34 und 52 Takte pro Minute
Cha Cha Cha
Der Cha Cha Cha wurde mit höchster Wahrscheinlichkeit in den 50er Jahren
von dem Musiker Enrique Jorrin (geb. 1926) in Kuba erfunden.
Er ist somit der einzige künstlich erzeugte Tanz.
1955/56 kam der Cha Cha Cha nach Deutschland, wo dieser freche und lebhafte
Tanz ziemlich bald sehr beliebt wurde.
Daher wird er seit 1961 offiziell bei Turnieren getanzt.
Taktfolge: 4/4-Takt mit 30 bis 34 Takte pro Minute.
Discofox
Der Discofox entstand aus dem Foxtrott und hieß in den 70er Jahren Beatfox.
Zeitgleich zum deutschen Discofox entwickelte sich in Amerika der Hustle,
Latin-Hustle und Disco-Hustle. Die einzelnen Figuren dieser Tänze wurden
übernommen was den Discofox noch abwechslungsreicher und interessanter machte.
Im Gegensatz zum Foxtrott ist Discofox ein stationärer Tanz.
Heute ist der Discofox mit dem amerikanischen Hustle einem Tanz verschmolzen.
Taktfolge: 4/4-Takt
Foxtrott
Um 1910 entstand in Nordamerika der Foxtrott aus den Tänzen Ragtime und Onestep.
1914 kam er nach England, wo es schon bald den ersten Foxtrott-Ball (1915) gab.
Nach Deutschland kam er 1918 und hat seither viele Wandlungen durchgemacht.
Viele Geh- und Schreittänze haben in ihm ihren Ausgangspunkt.
Den Foxtrott tanzte man ursprünglich mit Gehschritten langsam und schnell.
Bald übernahm er Bestandteile anderer Modetänze, so dass 1923 eine fließende Bewegung
anstatt des bis dahin marschartigen Tanzes getreten war.
1924 trennte man die schnelle Variante (Foxtrot, Quicktime) von der langsameren (Slow Foxtrot)
Heute ist der Foxtrott (Quickstep) ein heiterer und lebendiger Standardtanz.
Taktfolge: 4/4-Takt mit 44 bis 52 Takte pro Minute
Jive
Der zu den nordamerikanischen Tänzen zählende Jive, ist fröhlich, temperamentvoll
und spritzig. Durch seinen eindeutigen Rhythmus, erinnert er an den
Rock´n´Roll, obwohl er seine Wurzeln im Boogie-Woogie hat.
Jedoch ist er eine Kombination aus verschiedenen
Tanzarten: Jitterbug, Boogie-Woogie, Bebop und Discofox tauchen in der ein oder anderen
Bewegungsform wieder auf. Seit 1968 gehört der Jive zum Turnierprogramm
der Lateinamerikanischen Tänze
Taktfolge: 4/4-Takt mit 36 und 44 Takte pro Minute
Langsamer Walzer
Der langsame Walzer wird weltweit gleich getanzt
und unterrichtet. Seine Bewegungen sind fließend, rund und weich.
Damit gehört er zu den schönsten Tänzen überhaupt.
Aus derm deutlich schnelleren Boston kommend, geht sein Ursprung bis ins 12. und 13. Jahrhundert zurück
und liegt in den paarweise getanzten Werbe- und Drehtänzen.
Von den Engländern wurde der langsame Walzer Ende der 20er
Jahre standardisiert und weiterentwickelt. So entstand der
Walzer, wie er noch immer getanzt wird.
Taktfolge: 3/4-Takt mit etwa 30 Takte pro Minute
Lindy Hop
Lindy Hop ist ein Tanzstil, den Charleston, Break-Away, Step-Tanz, andere Jazz-Tänze,
traditionelle westafrikanische, aber auch europäische Tänzen prägten. Er wird vor allem
zu zweit getanzt, wobei im Vordergrund der Austausch von Bewegungsideen während
des Tanzes und an der Musikinterpretation steht.
Der Tanz entstand in den 20er Jahren in den großen Ballsälen New Yorks zur
Musik der Big Bands. Über die seine Namensgebung kursieren verschiedene Gerüchte.
Lindy Hop wurde angeblich nach Charles Lindbergh, dem ersten Überquerer des
Atlantiks mit einem Nonstop-Flug benannt. Gemäß der Legende feierten Journalisten
an jenem Abend, an welchem die Zeitungen titelten: "Lucky Lindy
Hops the Atlantic" und fragten einen der Tänzer, was er denn
hier tanze, worauf er geantwortet hat: "I'm doin the Hop ... the Lindy Hop!"
Taktfolge: meist 4/4-Takt mit etwa 25 bis 55 Takte pro Minute
Merengue
Der Merengue hat seine Wurzeln in der Karibik. Er entwickelte sich aus einem
Volkstanz in Haiti, der Dominikanischen Republik und Puerto Rico.
Der Merengue ist einfach zu tanzen und lässt viel Raum für eigene Figuren, welche stark
vom Discofox (Hustle) beeinflusst wurden.
In Europa wurde der Merengue erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg getanzt.
Durch die südamerikanische Popmusik wurde er erst Anfang der 80er beliebt.
Taktfolge: 2/4-Takt oder 4/4-Takt
Paso Doble
Der Paso Doble (bedeutet "Doppelschritt") stammt aus Spanien und Südfrankreich und ist die
kühne, stolze, tänzerische Darstellung des Toreros mit seiner Capa, dem roten Tuch.
Selbstbewusst, distanziert und wendig folgt die Dame als Capa, der Führung des Herrn.
Der Paso doble ist der schnellste lateinamerikanische Tanz und gilt als Weiterentwicklung
des amerikanischen Gesellschaftstanzes Onestep (Marschtanz).
Die Franzosen haben den Paso Doble standardisiert, auch deshalb gibt es viele
französische Figurbezeichnungen. In den 20er Jahren wurde er als "Stierkampf-Pantomime"
bekannt.
Taktfolge: 2/4-Takt mit 60 bis 62 Takte pro Minute.
Rumba
Der erotische Werbetanz Rumba kommt aus Kuba, auch wenn die genaue Herkunft bis heute
nicht geklärt ist. Ursprünglich war Rumba ein rein rhythmischer Tanz, welcher nur
mit afrikanischen und afro-kubanischen Perkussionsinstrumenten gespielt wurde.
Rumba oder auch Rhumba bedeutete "Fest" oder "Tanzfest".
In den 30er Jahren kam dir Rumba über New York nach Europa und erlangte in
England und Frankreich die größte Verbreitung.
In der NS-Zeit war sie in Deutschland verboten.
Taktfolge: 4/4-Takt mit 28 Takte pro Minute
Salsa / Mambo
Mambo war ursprünglich eine afrokubanischer Musikform.
Auf Kuba nannte man ihn auch " il Diablo" den Teufel.
Übersetzt bedeutet Mambo "heilige Handlung, Versammlung, Gespräch".
Die Trommeln als heilige Instrumente, sprachen miteinander und auch mit den Göttern.
Diese polymetrische Unterhaltung, nennt sich Mambo. Jeder Musiker schlägt individuell
seinen eigenen Rhythmus in verschiedenen Tonlagen.
Mitte der 50er Jahre erreichte der Mambo aus New York Europa. Er wurde sehr schnell, sehr
beliebt, was aber damals nicht von langer Dauer war, da er doch nicht einfach zu tanzen
ist und daher von Cha Cha Cha und Rumba verdrängt wurde.
Nach jahrzehntelanger Vergessenheit hat im Jahre 1987 "Dirty Dancing", der Filmhit aus
den USA, ein erneutes Tanzfieber entfacht. Der Film brachte den Mambo wieder ins
Bewusstsein der jungen Leute. Mit unbeschreiblicher Begeisterung und grosser
Leidenschaft versuchten Jugendliche im Dirty-Dancing-Look den erotischen Stil
des Mambo auf dem Tanzparkett, bei Tanzwettbewerben und in der Mode umzusetzen.
"Salsa" ist kein eigener Tanz, sondern eine spezielle Tanzfigur bzw. eine
"heisse" oder "schärfere" Art Mambo zu tanzen. Die Musik wird mit lebhafteren Armbewegungen
und mit schnellen Drehungen interpretiert.
Taktfolge: 4/4-Takt mit ca. 45 Takte pro Minute
Samba
Das Wort "Samba" stammt ab vom
portugiesischen Wort "semba" ab, welches in der Sprache des Kongo-
und Sambesigebietes in Schwarzafrika soviel wie "Tanz" bedeutet.
Die Samba ist ein afro-brasilianischer Tanz, welcher in im 19.
Jahrhundert in Brasilien entstanden ist. Die Quellen der Samba liegen
in den kultischen Tänzen Altafrikas, als bis in die Zeit der Sklaverei
bei den Bantus anlässlich der Kriegerweihe "Samba" getanzt wurde.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurden die Samba-Reigen- und Rundtänze
durch die europäische Kolonisation zu Paartänzen umfunktioniert.
Um 1914 kam ein Vorläufer der Samba, die "Maxixe", nach Europa,
1924 dann die Samba. Seit den 20er Jahren bezeichnet man "Samba" als einen
schnellen Tanz in geradem Takt. Nach dem 2. Weltkrieg kam sie in Mode
und seit 1959 zählt die Samba zu den Turniertänzen.
Taktfolge: 2/4-Takt mit 50 bis 58 Takte pro Minute
Slow Fox
Der im englischen Stil getanzte Slowfox benötigt viel Platz.
Er ist charakterisiert durch lang gestreckte Schwünge,
in die progressive Drehungen eingebaut sind.
1924 trennte man die schnelle und die langsame Form des Foxtrotts
und bezeichnete sie "Quicktime Foxtrot" und "Slow Foxtrot."
Seit 1928 ist Slow Fox auch Turniertanz.
Tipp: Auf Slowfox-Musik lässt sich auch ein langsam getanzter Foxtrott,
oder die Schritte des Blues tanzen
Taktfolge: 4/4-Takt mit 28 bis 31 Takte pro Minute
Tango
Der Tango ist der Tanz der Leidenschaft.
Er stammt aus Argentinien, mit Ursprüngen in Uruguay und Kuba im 18. Jahrhundert.
1905 kam der Tango nach Europa wo er wegen seiner Obszönität von Kirche und Staat verboten wurde.
Nach dem 1. Weltkrieg wurde er verstärkt, damals sehr frei, getanzt, getreu dem Motto: je
wilder und verrückter, desto besser. 1907 gab des erste Tangoturniere in Nizza und Paris.
Der Aufstieg des Tango vom Tanz aus dem Rotlicht-Milieu zum Gesellschaftstanz war nicht
aufzuhalten, revolutionierte er doch fast alles im gesellschaftlichen Bereich.
Kein Wunder, dass er überall verboten war. Erste Tangofilme (mit Rudolph Valentino)
gab es schon in den 20er Jahren. Während dieser Zeit wurde der Tanz durch
die Engländer "standardisiert". Die Trennung in Tango
Argentino und Tango des Englischen Stils kam ende der 20er Jahre.
Übrigens war war Tango noch in den 50er Jahren Turniertanz der Lateinamerikanischen Disziplin.
Taktfolge: 2/4-Takt / 4/4-Takt mit 30 bis 33 Take pro Minute
Tango Argentino
Der Tango Argentino: Eng umschlungen getanzt und inne haltend, wird
Verheißung, Illusion, Liebe ,Hass, Enttäuschung, Melancholie und Freude ausgedrückt.
Das tanzenden Paar inszeniert ein improvisierten Spiel, das durch die elegante Beinarbeit,
von zärtlich streichelnd bis zu rasanten Schrittfolgen unterstrichen wird.
Der ursprüngliche Tango Argentino entwickelte sich im Jahre 1880 in den Einwanderervierteln
am Rio de la Plata, an dessen Mündungsdelta Buenos Aires. Dieser spanisch-kubanische
Volkstanz entstand aus der Habanera, bis er um die Jahrhundertwende zum Gesellschaftstanz wurde.
Taktfolge: 2/4-Takt / 3/4-Takt / 4/4-Takt mit ca. 30 Take pro Minute
Wiener Walzer
Der Wiener Walzer ist der älteste und traditionsreichste Gesellschaftstanz, dessen Ursprünge in
deutschen und österreichischen Bauerntänzen aus dem Mittelalter zu finden sind.
Der Walzer gilt als Träger der gesellschaftlichen Revolution, da er als erster europäischer
Gesellschaftstanz, frei tanzende Individuen hervorbrachte.
Taktfolge: 3/4-Takt mit 60 Takte pro Minute
- Alle Angaben ohne Gewähr ! -